Grußwort der Schirmfrau zum CSD Stuttgart 2018

Schriftliches Grußwort von Frau Judith Skudelny, Schirmfrau des CSD Stuttgart 2018

Ich habe mich sehr über die Anfrage zur Übernahme der Schirmherrschaft für den Christopher Street Day 2018 gefreut. Fast noch mehr gefreut habe ich mich über das diesjährige Motto „Expedition Wir“. Für mich bedeutet „Expedition Wir“, dass wir nach den Gemeinsamkeiten suchen, die das Fundament unserer Gesellschaft bilden. Dass wir unser Zusammenleben offen und positiv gestalten wollen. Indem wir uns nicht darüber definieren, was uns trennt, sondern darüber, was uns als Menschen verbindet.

Natürlich definieren wir uns auch über unser Geschlecht, über unsere sexuelle Orientierung. Ebenso prägen uns aber auch die Werte, mit denen wir aufgewachsen sind, unser Musikgeschmack oder unsere Leidenschaft für Sport. Würden wir unsere Augen offen halten, würden wir viel mehr Verbindendes als Trennendes finden.

Jenseits der „Ehe für Alle“ ist es aber leider noch immer vielen Menschen nicht möglich, über die Unterschiede hinweg unsere Gemeinsamkeiten zu erkennen. Noch immer werden Menschen in der LSBTTI-Community ausgegrenzt, bringen oftmals ihre Partner eben nicht mit zu Betriebsfeiern oder verkleiden sich, wenn sie zur Arbeit gehen. Ganz deutlich wird die Existenz von Vorurteilen dort, wo befürchtet wird, dass ein Outing mit finanziellen Verlusten verbunden ist. Nicht umsonst outen sich so wenige Spitzensportler – sie befürchten Einbußen bei lukrativen Werbeverträgen. Und diese Verluste sind gleichzeitig ein Gradmesser für die Toleranz in der Gesellschaft.

Als Schirmfrau und Schirmherrin will ich für Tiefentoleranz werben. Und zwar nicht nur in den großen Städten Baden-Württembergs. Gerade auf dem Land, auf der Alb und im Schwarzwald besteht noch viel Aufklärungsbedarf, muss noch viel für die Akzeptanz der Vielfalt geworben werden.

Im Schatten der „Ehe für Alle“ hat in Deutschland auch eine vollkommen gegenläufige Entwicklung stattgefunden. In den Deutschen Bundestag ist eine Partei eingezogen, die mit Abschottung und Ausgrenzung Wahlkampf macht. Diese Entwicklung sehen wir nicht nur in Deutschland. Sie zeichnet sich leider in ganz Europa und auch den USA ab. Werte wie Offenheit, Toleranz, Respekt und Gleichberechtigung – die Errungenschaften der liberalen Gesellschaft - verlieren überall massiv an Boden.
Umso wichtiger ist es, das bisher Erreichte in Deutschland durch die Aufnahme der sexuellen Orientierung in Artikel 3 Grundgesetz abzusichern. Nie wieder darf das Rad der Zeit zurückgedreht werden!

Es gibt noch so viele weitere Themen, die mich beschäftigen und für die ich mich stark machen möchte – Regenbogenfamilien zum Beispiel. Oder die Modernisierung des Transsexuellenrechts. Im Vergleich zu den Dingen, für die ich mich persönlich einsetze, ist mein Platz hier im Heft jedoch beschränkt. Darum freue ich mich darauf, auf den vielen Veranstaltungen des CSD mit Ihnen/ Euch ins Gespräch zu kommen!

Judith Skudelny
Stuttgarter Bundestagsabgeordnete der FDP

Mehr über Judith Skudelny erfahren: www.judith-skudelny.de 

Persönliche Grüße der Schirmfrau

Als Schirmfrau des Festivals wird Gabriele Arnold im Rahmen des CSD-Empfangs am 13. Juli 2018 im Stuttgarter Rathaus sowie an der CSD-Eröffnungsgala am 20. Juli 2018 im Freidrichsau Varietè ein persönliches Grußwort sprechen.

Grußwort: CSD-Verein

Grußwort von Christoph Michl zum CSD Stuttgart 2018

Grußwort: Schirmfrau

Grußwort von Judith Skudelny zum CSD Stuttgart 2018

Grußwort: Ministerpräsident

Grußwort von Winfried Kretschmann zum CSD Stuttgart 2018

Grußwort: Oberbürgermeister

Grußwort von Fritz Kuhn zum CSD Stuttgart 2018

Grußwort: AIDS-Hilfe Stuttgart e.V.

Grußwort von Franz Kibler zum CSD Stuttgart 2018


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