Motto 2017: PERSPEKTIV-WECHSEL

Es scheint als sei aktuell auf den diversen Bühnen der Welt die Zeit der großen Vereinfacher angebrochen. Ob Donald Trump, AfD und Co., eine allgemeine Abwendung von Gemeinschaftlichem hin zu mehr Nationalismus und Ich-Bezogenheit ist zu beobachten. Abschottung und Abgrenzung sind in den öffentlichen Diskurs zurückgekehrt. Das Miteinander in der Gesellschaft gerät immer mehr aus dem Blickfeld. Dafür stehen gesellschaftliche Minderheiten – wie homo- und bisexuelle Menschen oder Menschen mit geschlechtlicher Thematik – oftmals schnell im Fokus und werden als willkommenes Terrain zum Anheizen von Diskussionen genutzt. Hier gilt es weiterhin, klare Kante zu zeigen und für Gleichberechtigung einzutreten. Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, müssen wir die Abgrenzung jedoch nachhaltig überwinden.

Dazu macht der CSD Stuttgart einen wichtigen Schritt: Alle am Gemeinwesen Interessierten und Engagierten, Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen sind zu einem "PERSPEKTIV-WECHSEL" eingeladen. „Jede und jeder in einer offenen Gesellschaft, muss zuweilen in der Lage sein, Perspektiven zu wechseln", sagt Christoph Michl, Geschäftsführer der IG CSD Stuttgart e.V. und ergänzt: "Nur so können wir die Haltung Anderer verstehen und die Stichhaltigkeit unserer eigenen Position prüfen."

PERSPEKTIV-WECHSEL beginnt mit gegenseitigem Zuhören

Um der grassierenden Abschottungsdebatte etwas Wirksames entgegenzusetzen, hilft nur ein offener und beherzter Umgang: Zuhören ist der erste Schritt, Kommunikation muss folgen. Wir brauchen den gegenseitigen Austausch – von Anschauungen und Perspektiven, aber auch von Ängsten und Emotionen. Empathie ist die Voraussetzung, um die Haltung Anderer verstehen und respektieren zu können. Sie bildet auch die Voraussetzung, uns selbst verstehen und hinterfragen zu können.

Dies ist ein Anliegen, dass sich an die gesamte Gesellschaft richtet. Es geht also in erster Linie nicht um die laute, polternde Minderheit, die Homosexualität am liebsten wieder ächten möchte. Es geht auch nicht um die, die jede gesellschaftliche Diskussion durch Überkorrektheit abwürgen wollen. Vielmehr gilt es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die aufgrund von Fake-News, Klischee-Bemühungen und Wortmeldungen verunsichert sind.

In einer freiheitlichen, demokratischen, pluralen und globalisierten Welt sind Menschen darauf angewiesen, unterschiedliche Perspektiven einnehmen zu können, ohne das Gefühl und das Bewusstsein der eigenen Identität aufzugeben oder zu verlieren. "Gegenseitiges Verständnis und Respekt beginnen damit, einander zu zuhören und miteinander sprechen", erläutert Christoph Michl, Geschäftsführer des Stuttgarter CSD-Verein. Er sieht den kommenden Monaten freudig entgegen: "Der gemeinsame ‚PERSPEKTIV-WECHSEL‘ rund um Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung wird eine spannende Leitlinie für die Saison 2017 sein." Dazu lädt der CSD Stuttgart mit seinem diesjährigen Motto aktiv ein.

Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen ist weiterhin bitterer Alltag. Neben gesetzlichen Ungleichheiten und offenen Baustellen in Gleichberechtigung äußert sich die alltägliche Diskriminierung einerseits (bei "den Anderen") durch scheele Blicke, Ausgrenzung, lächerlich machen, dem Bemühen von Klischees und Vorurteilen bis hin zu Hass und körperlicher und seelischer Gewalt. Andererseits (bei einem selbst) durch Verunsicherung, Verstecken, Verleugnen, Isolierung und Angst.

Bei aller Notwendigkeit zum "PERSPEKTIV-WECHSEL“ ist aber auch klar, dass eine gleichberechtigte, öffentliche und sichtbare Vielfalt sich nicht aus dem Gesellschaftsbild verdrängen lassen wird. Dabei gilt: Hinter erreichte Erfolge der Regenbogen-Community wird kein Zentimeter zurückgewichen. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in welcher Homo- und Transphobie keinen Platz haben. Von der Forderung nach echter Akzeptanz werden wir nicht abkehren. Missstände und Misstöne werden klar benannt.

Wahljahr 2017: Bundestagswahl im Fokus

Die im Herbst 2017 anstehende Bundestagswahl wird ein zentrales Thema des diesjährigen CSD Stuttgart sein und die inhaltliche Debatte begleiten. Bis zum Wahltag im September liefern Wahlcheck-Veranstaltungen mit Kandidierenden der Stuttgarter Wahlkreise, Programmanalysen und Faktenchecks spannende Einblicke in unterschiedlichste Perspektiven zu den Themen der Regenbogen-Community.

Gesetze, Aktionspläne, Regelungen und schlaue Pamphlete schaffen jedoch nur die nötige Grundlage, sind sozusagen das Rüstzeug. Ankommen muss die Botschaft aber in den Köpfen der Menschen. Wir benötigen ein echtes Verständnis für Vielfalt, für Akzeptanz und Gleichberechtigung. Nicht wenige müssen dabei noch einen "PERSPEKTIV-WECHSEL“ vollziehen.

Eine gute Gelegenheit dazu bieten die Kulturtage des CSD in Stuttgart, welche vom 14. bis 30. Juli 2017 in der baden-württembergischen Landeshauptstadt stattfinden. Mit der CSD-Polit-Parade zieht am 29.07.2017 zum mittlerweile 21. Mal eine farben- sowie lebensfrohe politische Groß-Demonstration für Akzeptanz und die vollständige rechtliche Gleichstellung durch Stuttgarts Innenstadt. An die Kundgebung nach der Demo auf dem Schlossplatz schließt sich die zweitägige CSD-Hocketse als Straßenfest auf Markt- und Schillerplatz nahtlos an (29./30.07.2017).

Druckfähiges Material zum diesjährigen Motto "PERSPEKTIV-WECHSEL" des CSD Stuttgart stellen wir gern als PDF-Datei (530 KB) sowie JPG-Datei (570 KB) zu freien Verfügung bereit. Der Motto-Plakat-Teaser "PERSPEKTIV-WECHSEL" steht ebenfalls als druckfähige PDF-Datei (580 KB) und JPG-Datei (584 KB) zu Verfügung.

CSD Stuttgart 2017 - PERSPEKTIV-WECHSEL


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