Motto 2016: OPERATION SICHTBARKEIT

Motto des CSD Stuttgart 2016: OPERATION SICHTBARKEITGar keine Frage, lesbische, schwule und transsexuelle Menschen sind Teil einer öffentlichen Debatte in Deutschland. Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, die altersgerechte Aufklärung über gesellschaftliche Vielfalt in der Schule oder die Akzeptanz im ganz normalen Alltag bestimmen mitunter Stammtische, Medienberichte oder gar Demonstrationen. Allerdings, nicht alle diese Diskussionen sind nachhaltig geführt oder wirklich fundiert – vielmehr greifen scheinbar blanker Populismus und das bewusste Schüren von Ängsten um sich.

Nicht selten bedarf der andauernde Kampf um Respekt, Gleichberechtigung und Teilhabe immer noch einer ebenso großen wie langwierigen Kraftanstrengung – vergleichbar mit einer komplizierten Operation am offenen Herzen oder schweren Geburt. Für den CSD Stuttgart ist dieser Umstand Grund genug, sich 2016 voll und ganz der OPERATION SICHTBARKEIT zu verschreiben.

Schließlich ist es bereits seit 15 Jahren erklärtes Ziel der IG CSD Stuttgart e.V., dem Trägerverein des Kulturfestivals in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, diesen öffentlichen Diskurs aktiv voran zu bringen. "Dazu gehört das Eintreten für die selbstverständliche Sichtbarkeit und Akzeptanz von Vielfalt. Ebenso wichtig ist die klare Benennung von immer noch vorhandenen Diskriminierungen und Problemen. Gegen alle Widrigkeiten und so manche Widerstände – damals wie heute", fasst Christoph Michl, der Geschäftsführer des CSD-Vereins, die durchaus anspruchsvolle Aufgabe zusammen. In diesem Jahr wird daher der eindeutige Handlungs- und Arbeitsauftrag der IG CSD konkret zum Motto.

Motto des CSD Stuttgart 2016: OPERATION SICHTBARKEIT

Klar und sichtbar – auch in komplexen Themen

Auf der einen Seite wurden mittlerweile zahlreiche rechtliche Erfolge errungen – beispielsweise die Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetztes vor nunmehr genau 15 Jahren – und es herrscht laut diversen Umfragen eine mehrheitliche Zustimmung zur Akzeptanz von Vielfalt in der Bevölkerung vor. Gleichzeitig wächst jedoch der beängstigende Eindruck, dass Stimmen lauter und deren Ton rauer werden, um Erreichtes Infrage zu stellen und ganz offen gegen sichtbare Vielfalt aufzubegehren. Teilweise stehen wir dieser vehementen Ablehnung einer offenen, gleichberechtigten Gesellschaft sprachlos gegenüber – weil wir diese nicht mehr für möglich gehalten haben beziehungsweise weil nicht selten keine einfachen Antworten darauf zu finden oder gar gewollt sind.

  • Wie reagieren auf ein Bauchgefühl-betontes Nein zur Öffnung der Ehe für Lesben, Schwule und Bisexuelle?
  • Was erwidern, wenn plötzlich diese Nein-Sagenden die Nicht-Diskriminierung von homosexuellen Menschen zum Maßstab für gelungene Integration von Schutzsuchenden aus anderen Ländern stilisieren?
  • Wie umgehen mit zuvor glühenden Wahlkampfreden für Gleichstellung und hernach Kompromiss-suchenden Koalitionären?
  • Wie lassen sich Versammlungs- und Meinungsfreiheit von Hass-schürenden Menschen in Einklang bringen mit dem eigenen Anspruch auf Vielfalt und dem Ringen um Gleichberechtigung?
  • Wie ist in dem munteren Vor und Zurück einer der weltweit größten Glaubensgemeinschaft sowohl der herabsetzende Schatten als auch das vorhandene Licht zu sehen?

Vorstand und Geschäftsführung des CSD-Vereins mit dem neuen MottoDiese Kluft, diese Komplexität und diese Zerrissenheit objektiv und argumentativ sichtbar zu machen ist eine wahrhaftige Herausforderung. Die vollständige Gleichstellung und die echte Akzeptanz scheinen wie eine größere Operation, die weiterhin – oder mehr denn je - beherztes Handeln erfordert. Klar in Worten und Taten, dialogorientiert und ausdauernd, gilt es unser Streben nach Sichtbarkeit in der Gesellschaft herauszustellen.

Der sich aus dem diesjährigen CSD-Motto OPERATION SICHTBARKEIT ergebene Auftrag und Anspruch ist indes eine gemeinschaftliche Aufgabe der LSBTTIQ-Community, der Politik aller Ebenen, einer Vielzahl von gesellschaftlichen Akteuren und natürlich der Bevölkerung selbst. Das ehrenamtliche Organisationsteam des CSD Stuttgart hofft daher auf zahlreiche Unterstützende und mannigfaltige Aktionen im kommenden Sommer. Das Kulturfestival bietet dazu sicherlich ideale Anknüpfungspunkte – sei als demonstrierende Teilnehmende an der CSD-Polit-Parade, als engagierte Veranstaltende in der Kulturwoche oder als interessierte Besuchende vor Ort.

Fotoaktion

Eine weitere Möglichkeit der eigenen Teilhabe an der OPERATION SICHTBARKEIT wird die aktive Mitwirkung an einer Fotoaktion rund um das diesjährige CSD-Motto sein. Details dazu werden im Mai/Juni 2016 veröffentlicht.

Pride-Bändchen

Allen, die die eigene Verbundenheit zum Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart, zu Gleichberechtigung sowie Akzeptanz deutlich sichtbar zeigen möchten, empfehlen wir die Pride-Bändchen zur OPERATION SICHTBARKEIT. Diese sind bei allen CSD-Veranstaltungen vor Ort gegen eine Spende erhältlich. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich die Motto-Armbänder bequem nach Hause liefern zu lassen.

Pride-Bändchen zum CSD Stuttgart 2016 und zur OPERATION SICHTBARKEIT

CSD-Empfang: 15. Juli 2016

CSD-Empfang im Stuttgarter Rathaus am 15. Juli 2016

CSD-Gala: 22. Juli 2016

CSD-Eröffnungsgala am 22. Juli 2016 im Friedrichsbau Varieté

CSD-Polit-Parade: 30. Juli

CSD-Polit-Parade am 30. Juli 2016 durch Stuttgart

CSD-Hocketse: 30. und 31. Juli

CSD-Hocketse am 30./31. Juli 2016 auf Markt- und Schillerplatz


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Kontakt

Fragen zum CSD Stuttgart 2016? Das ehrenamtliche Organisationsteam der IG CSD Stuttgart e.V. hilft gerne weiter. Schreib uns!

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